Das Greenfield und seine Nachwirkungen

Mein Schlüsselbein ist geprellt, meine Nase gebrochen - es war trotzdem super!

Aber ich fang noch mal von vorne an. Donnerstagabend ging’s zusammen mit einem Studikollegen los nach Interlaken ans Greenfield Festival. Ausgerüstet mit ein paar Bier, einer Familiendose Schnupftabak und dem Railaway Ticket der SBB. Unspektakulär, weil gut durchorganisiert, verlief alles glatt. Das Reisen, die Shuttle-Büsse, der Bändeltausch, die Eingangkontrolle. Das Zelt schlugen wir bei Kollegen auf, welche schon früher angekommen sind. Darunter einige Berner, welche ich noch von letztem Jahr kannte (der Dialekt an sich ist ja OK, aber gewisse Ausdrücke - zum schiessen komisch). Donnerstag waren natürlich noch keine Konzerte, aber der Baccardi-Dome und die Marlboro-Lounge hatten schon Hochbetrieb und lockten mit Rockstoff. Ausgang war also angesagt, aber nicht bis in alle Ewigkeit, denn am Freitag ging’s schliesslich mit dem Festival los.

Und was gehört zu diesem Festival? Natürlich eine Extraportion Regen. Diese harrten wir im trockenen Riesen-Vorzelt bei Musik, Bier und Katerwein aus, und amüsierten uns über klatschnasse Neuankömmlinge und Pavillons die als Segel eine bessere Figur machten als als Vorzelt. Nachmittag und Abend, welche sich schon viel trockener gestalteten, waren den Konzerten vorbehalten. Nachts waren wir auf der Suche nach Däninnen (nicht sehr erfolgreich) und gründeten eine Sekte deren Sinn aussen- wie innenstehenden Personen weitestgehend verschlossen blieb.

Der Samstag begann mit einer herben Enttäuschung. Nach The Used hat mit My Chemical Romance die zweite grossartige Punkband abgesagt, die ich gerne gesehen hätte. Dafür brannte die Sonne heiss vom Himmel, wie sich das gehört. Also ab in die “Stadt” für ein überteuertes Essen im Coop-Restaurant begleitend zum Einkauf der Alkoholika für den Abend. Abend? Kaum waren wir wieder auf dem Zeltplatz angekommen wurden die Weine auch schon entkorkt. Das führte dazu, dass mir eine detaillierte Wiedergabe der Ereignisse des Nachmittags nicht mehr möglich ist.

Nicht mehr so schnell vergessen werde ich hingegen das Less Than Jake Konzert kurz vor Mitternacht.
Wie sich das für ein Punk-Konzert gehört war ich knapp vor der Bühne in der feiernden Menschenmenge. Bei dem dort üblichen “Tanzstil” sind blaue Flecken keine Seltenheit, grössere Verletzungen jedoch die Ausnahme. Die Ausnahme – aber nicht ausgeschlossen. Irgendwann, flog mir irgendwer vor die Füsse, über den ich irgendwie stolperte. Als ich so auf dem Weg in Richtung Betonboden unterwegs war, kam von der Seite ein Knie, dass meine Nähe suchte. Und diese Fand es dann auch. In meinem Gesicht.
Schon mal auf einen frischen Kartoffel-Chip gestanden? Etwa dieses Knacken – nur lauter – und mitten im Kopf. Den Rest des Konzerts verbrachte ich dann sitzend am Rand und blutete mir meine Kleider voll. Der Abend war gelaufen und ich verpasste nach all den Absagen aufgrund dieses Vorfalls auch noch Me First And The Gimme Gimmes. Nerv!

Den Sonntag litt ich dann so vor mich hin. Weniger wegen der Nase, als wegen des Schlüsselbeins, dass ich mir wohl ebenfalls beim Stürzen gestaucht hatte. Da dieses direkt an der Schulter hängt, schmerzte beinahe jede Bewegung des linken Arms. Nichtsdestotrotz liess ich das Openair noch mit ein paar Konzertbesuchen ausklingen. Darunter mein persönliches Highlight Stone Sour. Musikalisch hoch stehend mit einer Palette die von Balladen bis hin zu richtig harten Stücken, unter Einsatz eines unablässig treibenden Doublebass, reichte. Sogar eine spontane ‘Sweet Home Alabama’-Publikums-Karaoke war dabei.
Während dem Incubus Konzert ging’s dann nach Hause. Lädiert, aber glücklich.

Gestern war ich im Spital und liess mir den Nasenbeinbruch bestätigen. Heute war ich bei einem Chirurgen zur weitern Besprechung. Am Freitag wird meine Nase wieder repariert. Hoffentlich klappt das. Ich freu mich schon auf zehn Tage mit einem beschissenen “Schutz” im Gesicht.

- Kevin

3 Responses to “Das Greenfield und seine Nachwirkungen”

  1. Ranil Says:

    Ich freu mich schon auf zehn Tage mit einem beschissen “Schutz” im Gesicht.

    Oh shit dude… häsch denn öpis i dem Stil?? :D

    nasenschutz

  2. päde Says:

    oumann, ihr sind luschtigi, en gmeinsame blog z’ha. jetzt hani gmeint dä nil heg alles kaputt? :) isch ja au schlimm für dich, kevin.. :) gueti besserig!

  3. bär Says:

    ah, crazy shit.. han au gmeint dä nil heb d’nase kaputt.. däbi hani en doch gester na xeh und deht hät alles ganz usxeh gha.. drum bini biz verwirrt xi.. aber so isch alles klar.

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