Als ich diesen Blog eröffnet habe, hatte ich das Ziel möglichst ohne politische Statements auszukommen. Doch die morgigen National- und Ständeratswahlen bewegen mich dazu, etwas zu posten.
Politik sehe ich, wie jeder nicht Techie eine Maschine. Sie soll mir dabei helfen diverse Probleme zu lösen, für die ich nicht die nötige Zeit oder Kenntnisse aufbringen kann. Je unauffälliger das vonstatten geht, desto besser. Sobald die Resultate nicht mehr meinen Vorstellungen entsprechen schreite ich ein und versuche etwas daran zu ändern.
Wie seit sechs Jahren das Geschäft mit der Angst- und Panikmache floriert, so steigern sich gewisse Parteien in immer peinlichere Wahlkämpfe rein. Polarisieren scheint das einzig angestrebte politische Ziel zu sein. Schwarz oder Weiss ist nicht nur ein mit nilpferdhaftem Feingefühl platziertes Wahlkampfthema, sondern auch die Sicht die geschürt wird. Entweder man akzeptiert die von Herrn Mörgeli präsentierten, nicht hinterfragten, “Fakten” oder man muss sich anhören, dass man die “prekäre nationale Sicherheitslage” ignoriert. Platz für Argumente und Diskussionen ist scheinbar nicht vorhanden.
Wahlzettel mit selbstausgelöster Angst und Frustration sammeln, das scheint das angestrebte Ziel zu sein. Man kann auch auf Stimmenfang mit Gallionsfiguren: “Blocher stärken, SVP wählen”, ohne Argumente und Konzept, warum auch nicht.
Eidg. Dipl. Panikmacher Mörgeli spricht von der “nationalen Sicherheit” die bedroht ist. Ich spreche vielmehr von der nationalen Glaubwürdigkeit die verloren geht! Der Wahlkampf den wir uns die letzten Wochen und Monaten über uns ergehen lassen mussten, lässt mich ernsthaft zweifeln ob diesen Sonntag fähige Politiker zur Wahl stehen, oder nur kleine Kinder die sich gegenseitig Dreck an den Kopf werfen. Chris von Rohr scheint doch mehr geprägt zu haben als erwartet: je “meh dräck” desto besser.
Meine Hoffnung für morgen ist, dass es doch noch genügend Mitmenschen gibt, die nicht wollen dass die Schweiz über den Wahlkampf hinaus ein niveauloses Bild in die Welt trägt. Ich streite nicht ab, dass die diskuttierten Punkte ein ernsthaftes Problem sind, aber anstatt Symptombekämpfung zu betreiben muss man sich vielmehr fragen, wo der Auslöser für das Problem ist und wie man das !Problem! löst.
Schafe sind wirklich die passenden Aushängeschilder. Hoffen wir nur, dass nicht alle wie Schafe zur Urne gehen sondern mitdenken beim mitreden.
- Ranil