Lange ist’s her… aber ich bin nicht verschollen! Die Absicht der Blogpartnerschaft hier etwas zusätzlichen Schwung in den Laden zu bringen habe ich fürs erste weit verfehlt. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und Besserung ist in Sicht! Ab jetzt gibt’s auch von mir regelmässige Blogeinträge und heisse Schokolade für alle! Naja, so oder so ähnlich. Fürs erste muss ich mich mal über ein Thema auslassen, mit dem ihr euch wohl alle in näherer Zukunft rumärgern dürft. Die Filmindustrie und ihr Baby AACS.
Die Filmindustrie lernt aus ihren Fehlern, nur zieht sie allem Anschein nach die falschen Schlüsse daraus. Seit einigen Monaten halten Blueray und HD-DVD fähige Player Einzug in die Wohnzimmer der Filmliebhaber. Sei es absichtlich oder als Nebeneffekt beim Kauf einer Spielkonsole der neuesten Generation. Die HD Filme selbst sind jedoch noch nicht soweit verbreitet. Tja und genau hier fängt das ganze Problem an.
Als die DVDs den Massenmarkt eroberten lag das nicht zuletzt daran, dass der DVD Player ganz einfach auf den VHS-Rekorder gepflanzt wurde und man die Kabel wie gehabt an den bestehenden Rest anschliessen konnte. Innert kürzester Zeit wurde auch der schwache CSS Kopierschutz mit dem die DVD Inhalte noch bis heute verschlüsselt sind geknackt. Das ermöglichte zur Freude einer nicht unerheblichen Käufergruppe das Konvertieren der Filme in kompaktere Fileformate, welche auf der Festplatte gesammelt und, zum Ärger der Filmindustrie, auch einfach getauscht werden konnten. Über die Jahre sind die Bandbreiten gewachsen und die Qualität der Filme welche man in Peer-to-Peer Börsen findet ist stetig gestiegen. Von den meisten aktuellen Filmen kann man sogar gleich die Eins zu Eins Kopie der DVDs herunterladen. Die Filmindustrie reagiert nach wie vor mit Klagen. Dagegen wirkte Don Quichotes Kampf gegen die Windmühlen gleich aussichtsreich. Aber ein ernstzunehmender Service um eine anständige Auswahl an Filmen in guter Qualität legal herunterladen zu können fehlt nach wie vor. Grund dafür ist die Kooperationsimkompetenz der grossen Filmlabels und die Angst davor, dass die angebotenen Filme in illegalen Tauschbörsen landen könnten. Auf das, dass letzteres Argument vollkommen sinnlos ist, da die Filme dort meist sowieso eher früher als später landen, muss ich wohl nicht mehr weiter eingehen.
Für die neue Generation des Filmvertriebes hat sich die Filmindustrie also besonders perfide Schutzmechanismen einfallen lassen um diesem Problem beizukommen. Zusammengefasst unter dem Begriff AACS (Advanced Access Content System), beinhaltet dies unter anderem:
- Verschlüsselung aller Inhalte mit AES-128-Bit-Verschlüsselung
- Lizenzschlüsselmanagement, d. h., es können z. B. auch „geschützte“ Kopien mit begrenzter Abspielfähigkeit (zeitlich oder auf bestimmten Laufwerken) erzeugt werden
- Möglichkeit zur Sperrung von Lizenzschlüsseln
- Laufwerkverifizierung durch Hardwareschlüssel
- verschlüsselte Kommunikation aller Komponenten untereinander
Und gerade wegen letzterem dürften sich die Multimediageräte-Hersteller die Hände und die Kunden bald einmal die Augen reiben. Das bedeutet nämlich nichts anderes, als das die letzte Stufe des Systems verlangt, dass jegliche Komponenten welche am Abspielprozess beteiligt sind AACS fähig sind. In den momentan gültigen Lizenbedingungen finden sich dafür folgende Milestones:
- Nur noch bis 2010 ist es möglich, das Bild hochauflösend über unverschlüsselte (also alle analogen!) Ausgänge auszugeben (entsprechende Geräte dürfen nur noch bis 2012 verkauft werden)
- Nach 2013 ist auch keine Lizenzierung eines Gerätes mit analogen Bildausgängen in SD-Qualität (NTSC/PAL) möglich.
- Der Verkauf solcher Geräte ist nach 2015 ebenfalls einzustellen.
Ein Ebenfalls netter Effekt ist, dass ein Player-Modell welches irgendwo auf der Welt von irgendwem gehackt wurde revoked werden kann. Was für mich als Endkunde heisst, dass ich wenn’s blöd läuft nach einschieben eine neuen HD Disk nicht einmal mehr meine alten Filme schauen kann, bis ich (bestenfalls) einen Firmware-Upgrade vorgenommen habe (was wohl nur bei den teuersten Player möglich ist) oder mir gleich einen neuen Player gekauft habe.
Das Kopieren und Konvertieren ist dank der neuen Schutzmechanismen fürs erste nur noch den Profis vorbehalten, falls diese (was allerdings dauernd vorkommt) mal wieder an Schlüssel zum entschlüsseln der Disk herankommen.
Nur eins hat sich nicht geändert: Beinahe jeder kann ein Tauschbörsenprogramm bedienen und die Filme sind dort unverschlüsselt, in voller HD Qualität und ohne Einschränkungen zu haben. Und nur dort.
- Kev
Quellen: [1],[2]